Copilot Cowork ist der Shift: Von Fragen beantworten zu Aufgaben erledigen


Seit Anfang dieses Jahres gibt es in der AI-Szene eigentlich nur noch ein Thema: persönliche Assistenten, die nicht nur reden, sondern auch arbeiten.
Den Anfang machte OpenClaw vom Österreicher Peter Steinberger — ein Open-Source-Projekt, das innert weniger Wochen zum am schnellsten wachsenden Repository in der GitHub-Geschichte wurde und eine riesige Welle ausgelöst hat. Anthropic hat dann mit Claude Cowork im Januar nachgelegt: eine Desktop-App, die direkt auf deinem Computer Dateien lesen, bearbeiten und erstellen kann. Und jetzt hat Microsoft mit Copilot Cowork im Rahmen von Wave 3 den nächsten Schritt gemacht — und zwar direkt in Microsoft 365 integriert.
Aber um was geht es grundsätzlich?
Seit ChatGPT in die Breite gekommen ist, gab es eigentlich zwei Killer-Use-Cases: Fragen beantworten und Texte schreiben bzw. umschreiben. Das merken wir bei Cloud Solution auch immer wieder in unseren Workshops — Use Cases rund um Wissensmanagement und Erstellung von Marketing-Texten sind nach wie vor die häufigsten.
Der zweite Schritt ist dann meistens, dass man dem AI-Chatbot Zugriff auf weitere Datenquellen gibt. CRM, ERP, SharePoint — damit die Antworten nicht nur auf allgemeinem Wissen basieren, sondern auf deinen Unternehmensdaten.
Aber was passiert, wenn die KI-Systeme intelligenter werden und ich ihnen noch einfacher Zugriff auf meine Systeme geben kann? Dann können sie vielleicht nicht nur Fragen beantworten, sondern ganze Aufgaben übernehmen.
Und genau da stehen wir jetzt mit Copilot Cowork.
Copilot Cowork ist kein Chatbot. Copilot Cowork ist dein Mitarbeiter.
Ich kann ihm nicht einfach nur Fragen stellen und bekomme Antworten auf Basis meiner M365-Daten. Nein — ich kann ihm Aufgaben delegieren. Richtige Aufgaben, die über mehrere Apps und Datenquellen hinweg laufen und Minuten oder sogar Stunden dauern können.
Technisch basiert Copilot Cowork auf einer Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Anthropic. Microsoft hat die Technologie hinter Anthropics Claude Cowork direkt in Microsoft 365 integriert. Dadurch nutzt Copilot Cowork Claudes starke Reasoning-Fähigkeiten, kombiniert mit Microsofts "Work IQ" — also dem gesamten Kontext aus deinen Mails, Meetings, Chats und Dateien. Das ist der grosse Vorteil gegenüber dem standalone Claude Cowork: Copilot Cowork läuft in der Cloud, innerhalb deines M365-Tenants, geschützt durch deine bestehenden Security- und Compliance-Richtlinien.
Copilot Cowork versteht zuerst die Aufgabe. Dann erstellt er selbstständig einen Plan, wie er vorgehen will. Anschliessend arbeitet er Schritt für Schritt alle Arbeiten ab und präsentiert am Schluss das Resultat.
Das Resultat muss dabei nicht nur Text sein. Copilot Cowork kann das Internet durchsuchen, Dateien erstellen oder anpassen, Mails senden (oder einen Entwurf vorbereiten), Excel-Auswertungen bauen und Präsentationen zusammenstellen. Bei wichtigen Aktionen wie dem Versand von Mails oder dem Löschen von Daten braucht es immer eine Bestätigung — das ist der "Human in the Loop"-Gedanke, der Microsoft sehr wichtig ist. Du delegierst, behältst aber die Kontrolle.
Immer wenn Reports erstellt werden müssen — sei es für ein Projekt oder für den C-Level — braucht es zuerst eine längere Recherche. Man muss den aktuellen Stand verstehen: Meetings zusammenfassen, den Zeitplan im Excel aktualisieren, relevante Mails durchgehen.
Wenn ich Copilot Cowork damit beauftrage, geht er wirklich in die Tiefe. Er liest alle Meeting-Transkripte, checkt die zuletzt geänderten Dateien in SharePoint und geht die relevanten Mails durch. Auf dieser Basis erstellt er mir den Projektstatus — wenn ich will, sogar auf Basis einer bestehenden Word-Vorlage. Und das Word-Dokument wird gleich am richtigen Ort in SharePoint gespeichert.
Das Beste: Ich kann Copilot Cowork bitten, das monatlich zu wiederholen. Er merkt sich die Aufgabe und führt sie regelmässig aus.
Es gibt Aufgaben, bei denen ich meinen Mitarbeitenden gewisse Fähigkeiten beibringen möchte. Nehmen wir an, die Sales-Abteilung muss regelmässig NDAs oder andere Verträge prüfen. Natürlich könnte ich jedes Mal den internen Verantwortlichen einschalten — aber schlussendlich ist ja definiert, auf was geachtet werden soll.
Genau hier kommt das Konzept von Skills ins Spiel. Skills sind wie eine Anleitung für die KI. Man beschreibt, wie sie vorgehen muss und auf was sie achten soll — ähnlich wie wenn du selbst etwas Neues lernst und zuerst die Anleitung liest.
Wenn ich einen Skill für einen NDA-Review erstelle, kann ich diesen über OneDrive mit allen Mitarbeitenden teilen. Copilot Cowork kennt den Skill dann automatisch und nutzt ihn, sobald jemand eine Frage zu Verträgen stellt. Das ist extrem mächtig, weil ich damit Fachwissen skalieren kann, ohne dass jeder einzelne Mitarbeiter zum Experten werden muss.
Stell dir vor: Jeden Morgen um 7 Uhr — bevor du überhaupt den Laptop aufklappst — hat Copilot Cowork bereits alle offenen Mails durchgesehen und für jede einen ersten Antwortentwurf vorbereitet. Du kommst ins Büro, schaust die Entwürfe durch, passt an wo nötig und schickst ab. Statt einer Stunde Mail-Ping-Pong bist du in 15 Minuten durch.
Das funktioniert besonders gut in Kombination mit Skills: Wenn du einen Skill für Kundenanfragen erstellst — also definierst, wie dein Unternehmen typischerweise auf bestimmte Anfragen reagiert — werden die Entwürfe mit der Zeit immer besser und konsistenter.
Copilot Cowork hat Stand heute noch eine wichtige Einschränkung: Er triggert sich nicht von selbst. Das heisst, ich kann Zeiten oder Häufigkeiten angeben, wann er bestimmte Aufgaben ausführen soll — zum Beispiel "jeden Montag um 8 Uhr". Aber ich kann noch nicht sagen: "Wenn eine Mail von Kunde X kommt, dann mach automatisch Y."
Event-basierte Trigger fehlen also noch. Das wird sicher kommen, aber aktuell muss man noch mit zeitbasierten Abläufen arbeiten.
Copilot Cowork ist aktuell im Rahmen des Microsoft Frontier-Programms verfügbar — also noch nicht für alle. Wer es nutzen will, braucht eine Microsoft 365 Copilot-Lizenz. Microsoft hat ausserdem mit dem neuen Microsoft 365 E7 "Frontier Suite" ein neues Lizenzpaket angekündigt, das ab 1. Mai 2026 für 99 USD pro User und Monat verfügbar sein wird. Darin enthalten: M365 E5, Microsoft 365 Copilot, Agent 365 und die Entra Suite. Das ist günstiger als alles einzeln zu kaufen und zeigt, wohin die Reise geht: KI wird integraler Bestandteil des Arbeitsplatzes — nicht ein separates Add-on.
Copilot Cowork ist ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Wir bewegen uns weg von "KI als Chatbot" hin zu "KI als Mitarbeiter". Die Modelle werden besser, die Integration tiefer, und die Möglichkeiten wachsen mit jedem Update.
Für uns bei Cloud Solution ist klar: Das ist keine Zukunftsmusik mehr. Wir begleiten bereits Kunden dabei, Copilot und KI-Agenten sinnvoll in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Wenn du wissen willst, wie das konkret für dein Unternehmen aussehen könnte — meld dich bei uns.
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